401609759919069

BI unterstützt „Baustein Haiti“ wieder auf dem Weihnachtsmarkt!

Nach dem stürmigen Xaver beginnt morgen der Heiligenstädter Weihnachtsmarkt auf den wir uns schon sehr freuen!

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Zelt für die Hilfsinitiative „Baustein Haiti“ im Barockgarten. Wie in den letzten Jahren unterstützen wir als BI in diesem Zelt beim Verkauf von leckerem Winzer Glühwein und Eisenkuchen für einen guten Zweck. Wir freuen uns daher über alle Besucher in den kommenden Tagen und den Austausch mit unseren Gästen!

guenterode

BI Mitgliederversammlung im OT Günterode

Am vergangenen Montag trafen sich die BI Mitglieder zur regelmässigen Mitgliederversammlung – diesmal im Ortsteil Günterode. Mit dabei war der Ortsteilrat von Günterode unter der Leitung von Ortsteilbürgermeister Hr. Kobold. In den Vereinsräumen von Blau Weiß Günterode wurden Themen der Dorferneuerung seit 2011 erläutert und was bis 2015 noch ansteht. Zur Sprache kamen Probleme und Befürchtungen rund um das Thema Flugplatz und neue Baugebiete. Besonders stolz wurde von dem attraktiven Dorfleben berichtet mit vielen Vereinen, Gruppen und dem wichtigen Schwimmbad!

Im Anschluss haben sich der BI Vorstand und die Stadträte vorgestellt. Danach kam es wie immer bei den Mitgliederversammlungen Berichte aus dem Stadtrat und den Ausschüssen, diesmal insbesondere zu Themen rund um den Haushalt 2014 der im nächsten Stadtrat beschlossen werden soll.

Die nächste BI Mitgliederversammlung wird am 13.1. in Rengelrode stattfinden!

7 Investitionstrend

Einige Fakten zum Haushaltsentwurf 2014 zum besseren nachlesen!

Im vergangenen Stadtrat hat unser Bürgermeister den Haushaltsentwurf 2014 eingebracht und erläutert.

Der Entwurf sieht einen ausgeglichenen Haushalt vor, plant Investitionen über 8 Mio. Euro und einer weiter fallenden Verschuldung. „Unsere Sorgen hätte manch einer sicher gern.“ sagt der Bürgermeister! Details und Grafiken zum besseren Verständnis findet ihr im zweiten Teil der Rede des Bürgermeisters zum Haushalt weiter unten.

Er ging aber auch auf die desaströse Finanzausstattung der Gemeinden durch das Land Thüringen ein und das bereits viele Gemeinden in der Zwangsvollstreckung sind und fast 100 Gemeinden diese demnächst droht. Mehr dazu im ersten Teil der Rede des Bürgermeisters.

 

>> Rede des Bürgermeisters Thomas Spielmann bei der Vorstellung des Haushaltes 2014 im Stadtrat am 16.10.2014:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und den Ortsteilen,

die Hiobsbotschaften aus dem Land überschlugen sich in der vergangenen Woche. 454 Thüringer Gemeinden verbrauchen Ihre Rücklagen, 122 Kommunen sind nicht in der Lage, für 2013 einen Haushalt aufzustellen, 97 Gemeinden droht die Zwangsvollstreckung, in 14 läuft sie bereits. Ein Tabubruch und bislang deutschlandweit ohne Beispiel: Da gehen Landkreise tatsächlich gegen ihre Gemeinden mit dem letzten Mittel zur Geldeintreibung vor, Beispiel aus unserer Nachbarregion ist Bleicherode.

In der Mitgliederversammlung des Gemeinde- und Städtebundes in der vergangenen Woche gab es sehr bewegende Momente. Man musste hier erleben, wie langjährige, ehrenamtliche Bürgermeister kleiner Gemeinden mit zitternder Stimme der Ministerpräsidentin deutlich machten, dass sie nicht mehr weiter wüssten. Obwohl diese Gemeinden oft nur einen Bruchteil unserer Pro-Kopf-Verschuldung haben, fast schuldenfrei sind, steht ihnen das Wasser bis zum Hals, können sie ihre laufenden Ausgaben nicht mehr bestreiten.

Ein Bürgermeister zog sich in der Veranstaltung tatsächlich aus und übergab plakativ sein letztes Hemd.

Meine Damen und Herren, uns geht es gut. Bei allem Wiederstreiten um Mehrheiten, bei allem Kampf um die eigene Ansicht, auch bei manchem Schlag unter die Gürtellinie – wir haben hier in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet. Autobahn, Therme, Schulen, Straßen und Plätze, Sportstätten, schmucke Ortsteile und eine wirklich sehenswerte Stadt Heilbad Heiligenstadt.

Unsere Sorgen hätte manch einer sicher gern.

Trotzdem, oder gerade deshalb, müssen wir die Zukunft im Blick haben.

Denn es schleichen sich auch bei uns zunehmend Probleme ein: noch immer sind in der Kernstadt nicht alle Straßen und Gehwege grundhaft saniert, da gibt es bereits den ersten Unterhaltungsstau. Hier und dort bröckeln die ersten Fahrbahndecken. Oder auch die sanierten Blöcke der städtischen KOWO kommen schon wieder „in die Jahre“. Von den unsanierten nicht zu sprechen.

Während wir also vorn noch ausbauen, müsste hinten schon wieder instandgesetzt werden. Gleichzeitig überträgt das Land immer mehr Aufgaben auf die Kommunen, ohne für deren finanziellen Ausgleich zu sorgen. Obwohl dies nach Verfassung ein MUSS ist! Wenn irgendwann die Straße durchs Pferdebachtal ins Eigentum der Stadt Heilbad Heiligenstadt übertragen wird, dann überträgt das Land mal eben auch die finanziellen Unterhaltungspflicht auf uns. Und wir kennen den Zustand dieser Straße und den Unterhaltungsstau dort sehr gut.

So kann es nicht gehen!

Kindergärten erhalten Mehraufgaben, die gut und richtig sind. Ich erinnere an die Betreuung der unter 3-jährigen. Aber auch hier kommt das Land seiner Pflicht zur finanziellen Ausstattung zur Bewältigung dieser neuen Aufgaben nur unzureichend nach.

11.000 Personalstellen sollen im Land abgebaut werden, unter anderem noch weitere bei der Polizei.

Da rollt etwas auf uns zu, was mir Sorgen bereitet und dessen Ausmaß andernorts nun mit der Übergabe des letzten Hemdes gipfelte.

Eine anständige Finanzausstattung der Kommunen, für Pflicht- aber auch für freiwillige Aufgaben ist ein MUSS und gleichzeitig ein Konjunkturprogramm gegen den demografischen Wandel. Denn nur wenn Thüringen, das Eichsfeld und Heilbad Heiligenstadt ein in jeder Hinsicht attraktiver Lebensraum ist, werden wir unsere Menschen auch hier halten können.

Der Stadtrat hatte zuletzt beschlossen, die Verwaltung solle ein Finanzkonzept bis 2020 vorlegen. Dies ist mangels Aussagen der Landesregierung seriös nur bis 2017 möglich, danach wird es schwierig. Wir haben dennoch unsere Zahlen dem Haushaltsentwurf beigefügt.

Derzeit leistet die Stadt Heilbad Heiligenstadt im sogenannten „übertragenen Wirkungskreis“ für das Land Aufgaben im Wert von fast einer Million Euro. Hiervon gedeckt waren über Einnahmen und die sogenannte Auftragskostenpauschale etwa 70%.

Durch eine Veränderung ist dieser Deckungsgrad gestiegen, so dass die Stadt Heilbad Heiligenstadt derzeit „nur noch“ Mehrkosten von etwa 100.000 Euro zu übernehmen hat.

Es ist jedoch damit zu rechnen, dass weitere Aufgaben auf die Städte und Gemeinden übertragen werden. Ich sagte schon, das Land will weitere Personalstellen einsparen.

Zuletzt sprachen der Thüringer Finanzminister und die Ministerpräsidentin über die Zahlungen an die Kommunen, den Kommunalen Finanzausgleich. Danach hieß es, dass die dort veranschlagte Summe in den kommenden Jahren nicht mehr werde, aber auch nicht weniger. Auch verringerte Einwohnerzahlen beim Zensus würden daran nichts ändern, es würde anders verteilt.

Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute oder eine schlechte Nachricht ist. Und vor allem weiß ich nicht, wie belastbar die Aussage ist.

Schließlich ist die Zuweisung vom Land schon heute um 700.000 Euro geringer, als die von uns zu zahlende Kreisumlage. Wir bekommen das Geld aus Erfurt, legen noch eine ordentliche Schippe drauf und geben es an den Kreis weiter.

Respekt dafür, dass unser Landrat sich dazu bekannt hat, die Umlage auch in 2014 stabil zu halten. Per Definition sichert der Kfa aber in Deutschland den Gemeinden entsprechend Artikel 28 Absatz 2 Grundgesetz die finanziellen Grundlagen ihrer Selbstverwaltung

Wenn aber nichts davon in unserer Kasse bleibt, sondern wir noch dazu zahlen, krankt das System! Über die Ausstattung des KfA muss man sich daher große Sorgen machen.

Bei der Steuerschätzung sieht es die kommenden Jahre etwas besser aus. Bleiben die Hebesätze und Gemeindeanteile wie sie sind, so dürfen wir uns bis 2017 über etwa 10% mehr Einnahmen freuen. Wir wissen aber, dass wir bei der Gewerbesteuer mit unserem Hebesatz auf dem falschen Weg sind.

Bleiben die eigenen Kosten.

Beim Personal sehe ich aktuell kein Einsparpotenzial. Ganz im Gegenteil werden wir in den kommenden Jahren verstärkt junge Menschen ausbilden müssen, um dem erheblichen altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern entgegen treten zu können.

4 Personal

Der Stadtrat hat die Einführung eines Liegenschaftsmanagements beschlossen, für diese Arbeit und die teilweise Neuorganisation der Aufgaben haben wir befristet auf 3 Jahre eine Personalstelle eingeplant.

Für die Weiterbildung unserer Mitarbeiter sind ebenfalls Aufwendungen erforderlich. Nur eine hochqualifizierte Belegschaft kann auch effizient sein. 

5 Weiterbildung

Für noch mehr Bürgerfreundlichkeit, für die Entwicklung hin zum modernen Dienstleister, für das Zusammenarbeiten und den Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft, entwickeln unsere Mitarbeiter derzeit ein Leitbild. Ich denke, dass wir Ihnen dieses im ersten Quartal 2014 vorstellen können. 

Für unseren Bauhof steigen die Kosten für Leasing und sie werden in den Folgejahren weiter steigen. Dies ist einer dringend notwendigen Modernisierung des Technikparkes geschuldet, nicht wenige Fahrzeuge bei uns sind 15 Jahre und älter. Dies mag oberflächlich betrachtet eine günstige Lösung sein, nimmt man aber alle Kosten einschl der Schlosser, deren Urlaub, Krankheit und Lohnnebenkosten zusammen, dann wendet sich das Blatt.

Und letztlich gehört zu einer von unseren Mitarbeitern abverlangten Qualität bei der Arbeit auch eine angemessene Ausstattung mit Werkzeug und Fahrzeugen.

Und zum Schluss: auch Demokratie kostet Geld, wie zuvor sind 75.000 Euro für Aufwandsentschädigungen für Stadträte und Sachkundige Bürger eingeplant.

Es ist gelungen, auch für das Jahr 2014 einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf vorzulegen. Er umfasst Investitionen in Höhe von mehr als 8 Millionen Euro und das wir diese ohne eine Verschuldung zu steigern stemmen können, gelingt mit einer Tilgungsaussetzung, die wir in den vorliegenden Entwurf eingearbeitet haben.

Berücksichtigen Sie dabei bitte, dass die vorherigen Haushaltspläne 2012 und 2013 noch eine Kreditaufnahme und damit ein Ansteigen der Verschuldung vorsahen, wir konnten das im Interesse der Folgegenerationen vermeiden. Und die Verschuldung sinkt weiter.

6 Verschuldung

Ich möchte Ihnen gern einige Ausgabepositionen näher vorstellen:

7 Investitionstrend

Unsere großen Maßnahmen laufen weiter, zu nennen sind die Westspange, das Stadion und die Dorferneuerung Günterode.

Weitere Mittel wurden eingestellt für den Ausbau der Internetverbindungen in Heiligenstadt und allen Ortsteilen, für Infrastrukturmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Umbau auf den Liethen, für eine Möblierung der Wilhelmstr, für das Jugendparlament und eine inhaltliche Konzeption fürs Heimatmuseum.

Erstmals erhalten nach unserem Entwurf in 2014 auch die Ortsteile für Feierlichkeiten und Sachausgaben einen Betrag von 5 Euro je Einwohner. Damit entfallen einzelne Anträge auf Zuwendungen und die Ortschaftsräte können eigenständig agieren und fest planen. Sehr lobenswert, es entfällt die monatliche Reinigung der Dorfgemeinschaftshäuser durch städtische Mitarbeiter, dies läuft ab sofort in Eigenregie.

Die Unterstützung für die Villa Lampe und die Korale wurden im vergangenen Jahr etwas erhöht, hieran halten wir auch in 2014 unbedingt fest. Auch als richtig erwiesen hat sich ebenfalls die Schaffung einer Stelle im Bereich der Jugendarbeit. Wir sind so dicht an unseren Jugendlichen dran, haben vor Ort ein Ohr und eine Stimme und sind vor allem in der Lage schnell bei auftretenden Problemen agieren zu können.

So gab es zuletzt zum Beispiel in einem Wohngebiet Beschwerden über Ruhestörungen. Martin Sänger gelang es sehr schnell, Kontakt zu den Jugendlichen aufzunehmen. Neben einer gemeinsamen Säuberungsaktion auf dem Platz, fanden wir Lösungen zur Umgestaltung des Bereiches, um künftig Konflikte mit Anwohnern zu mindern. Nur durch diese pädagogische Begleitung gelingt es uns, auf Dauer in unserer Stadt verschiedenen Interessensgruppen gerecht zu werden, und damit ein gleichrangiges Zusammenleben von Alt und Jung gleichermaßen zu ermöglichen.

Früher oft ein Kritikpunkt.

Über die städtischen Liegenschaften sind wir im Gespräch. Wichtig ist ggf. eine Neuorganisation zugunsten einer effizienten Nutzung und dort, wo diese fehlt, ist die Veräußerung zu beschließen. Erlöse hieraus sind für 2014 aber nicht geplant. Dennoch liegt hier auf Dauer ein Einsparpotenzial!

Meine Damen und Herren, wir arbeiten in Heilbad Heiligenstadt seit Jahren doppisch. Auch der Landkreis tut dies.

Keine Bestrebungen zeigt auf diesem Gebiet unsere Thüringer Landesregierung. Zu einer nachhaltig agierenden Verwaltung  gehört ein Abbild der Ressourcenverbräuche. Man kommt daher an einer doppischen Haushaltsführung nicht vorbei. Aber selbst wenn es gute Gründe dafür gibt, an der überholten Kameralistik festzuhalten – was dann aber gar nicht geht, sind zwei verschiedene Systeme parallel nebeneinander. Es fehlt oft einfach die Vergleichbarkeit der Kommunen.

Als Kommune mit eingeführter doppelter Haushaltsführung gibt es für uns keine Pflichtrücklage mehr. Und bei allem Verbrauch dieser Mittel haben wir dennoch bei Umsetzung des vorgelegten Planentwurfes trotz aller Investitionen am Ende des Haushaltsjahres eine Rücklage von 200.000 Euro. Diese steigt im Laufe der Folgejahre wieder an.

8 liquide Mittel

Unser gemeinsames Ziel muss sein, dieses Ergebnis zu erreichen, durch gutes wirtschaften auch zu verbessern. Dies ist uns im vergangenen Jahr übrigens hervorragend gelungen, wir konnten Ende 2012 einen zusätzlichen Ertrag von einer halben Million Euro verbuchen.

Liebe Stadträte, lassen Sie uns in 2014 zurückkehren auf eine Sachebene, bei der wir um Inhalte streiten.

Zu oft wurde in den vergangenen Monaten taktiert, erwidert, und mitunter immer und immer wieder dasselbe erzählt. Wir müssen das konstruktive Streiten wieder in den Vordergrund stellen. Dazu gehört auch, zurückstecken zu können.

Und wenn die Argumente ausgetauscht sind, entscheidet eine Mehrheit.

Ich wünsche Ihnen in den Fraktionen angeregte Diskussionen um die Sache und den Haushalt 2014. Selbstverständlich stehe ich Ihnen mit der Verwaltung sehr gern für Erläuterungen zur Verfügung und biete diese Gespräche hiermit ausdrücklich an!

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

Thomas Spielmann, Bürgermeister

Headerbild_Finanzausschuss

Haushaltsberatungen beginnen!

Die Haushaltsberatungen beginnen in den Ausschüssen und den BI Arbeitsgruppen. Der Haushaltsplan und die Mittelfristige Finanz- und Personalplanung ist nun online auf unserer Homepage für jeden einzusehen!

Im letzten Stadtrat wurde der Haushaltsentwurf 2014 vom Bürgermeister und der Verwaltung eingebracht. In den kommenden Wochen wird die Finanzplanung für das kommende Jahr in den Fachausschüssen besprochen, wie viel soll wo investiert werden, wo muss gespart werden, wie entwickeln sich die Einnahmen und die Schulden der Stadt. Gerade die Diskussionen in den Fachausschüssen werden spannend, denn es geht darum, für welche Themen Geld bereit gestellt werden soll. Und hier hat jede Fraktion seine Schwerpunkte.

Die Termine und die Tagesordnung der Ausschüsse findet ihr im Kalenderbereich unserer Webseite.

Hier nun einige Details die uns als Fraktion und den Bürgern zur Verfügung stehe:

Mittelfristige Finanz und Personalentwicklung

Und hier nun die fast 500 Seiten des Haushaltsentwurfes mit vielen Zahlen, inkl. Vergleichen zu Vorjahren und Details aus den städtischen Unternehmen.

Haushaltsplan 2014_Teil1

Haushaltsplan 2014_Teil2

Haushaltsplan 2014_Teil3

Mainzer Platz Stormpassage kaufland in Heilbad Heiligenstadt

Baubeginn gefährdet?

Das FDP und Linke unbedingt einen Kaufland sich wünschen war klar, das die CDU Fraktion entgegen der letzten Äußerung des Stadtverbandes für einen Kaufland abstimmen würde, war überraschend.

Mit 11:8 Stimmen hat nun der Stadtrat den Wunsch geäußert, das der Investor doch bitte einen Kaufland auf das Areal der Stormpassage bauen soll.

Diesem Wunsch kann er entsprechen, muss er aber nicht.

Denn er hat bereits Baurecht für seinen aktuell vorliegenden Plan für den südlichen Teil an der Wilhelmstrasse für zwei Fachmärkte und Parkplätze. Wir hoffen nun, das er daran festhält und ein Baubeginn bevor steht – denn dieser Schandfleck muss endlich verschwinden, dies haben wir in den letzten Tagen immer wieder von Bürgern gesagt bekommen.

Für den nördlichen Teil zur Stubenstraße hin liegt auch eine Planung vor mit Wohnungen, Tiefgarage und Parkplätzen im Zwischenraum. Und auch mit einem kleinen Supermarkt, so dass auch die Versorgung in der Innenstadt sichergestellt wäre, sollte in den bisherigen REWE in der Wilhelmstrasse kein Supermarkt wieder einziehen!

Wir haben immer gesagt: nicht der Name des Marktes ist entscheidend, sondern dessen Größe und damit Verträglichkeit zum Rest unserer Einkaufsinnenstadt. Und wir sagen: wir können und werden einem Vermieter nicht vorschreiben, welchen Elektromarkt, welchen Schuhladen, welchen Bäcker oder welchen Supermarkt er aufnimmt. Wir im Stadtrat sind für Rahmenbedingungen zuständig, nicht aber für die Mieterauswahl!

Und deshalb haben wir gegen den Antrag der Linken gestimmt!

Eine Gute Zusammenfassung zur Diskussion gestern Abend ist heute in der TA zu finden:

TA: Mehrheit des Heiligenstädter Stadtrates doch für Kaufland-Ansiedlung

Rathaus in Heilbad Heiligenstadt

Durch Antrag der Linken erneute Diskussion um Kaufland im Stadtrat am heutigen Mittwoch

Die Sachlage ist ja eigentlich eindeutig: der Eigentümer des Geländes Stormpassage hat Bauantrag gestellt für den südlichen Teil an der Wilhelmstrasse für zwei Fachmärkte und Parkplätze. Dafür hat er seit 2008 Baurecht und ist gibt aktuell keine rechtliche Gründe, seinem Antrag nicht stattzugeben. Baubeginn könnte dann nach dem anstehenden Winter sein.

Für den nördlichen Teil zur Stubenstraße hin liegt eine Planung vor mit Wohnungen, einem kleinen Supermarkt, Tiefgarage und Parkplätzen im Zwischenraum. Dieser Teil muss noch durch die Ausschüsse und den Stadtrat genehmigt werden. Das stünde im kommenden Jahr an.

Morgen im Stadtrat finden sich nun diese beiden Tagesordnungspunkte:

16 Beschlussfassung – Antrag auf Nichtbefassung – zum Antrag der Fraktion DIE LINKE. vom 02.10.2013
16.1 Beschlussfassung zur Ansiedlung eines Kaufland-Verbrauchermarktes auf dem Gelände der Stormpassage (Erneuerung der Willensbekundung vom 14.12.2011) gemäß Antrag der Fraktion DIE LINKE. vom 02.10.2013 (hier die vollständigen Anträge)

Was hat es damit auf sich:

16: der Bürgermeister möchte den Antrag der Linken zunächst in dem zuständigen Bauausschuss behandeln, so wie es die Satzung fordert und zuletzt von Stadtratsvorsitzenden Hans-Gerd Adler angemahnt wurde. Sollte sich hierfür keine Mehrheit finden, wird der Punkt 16.1 zur Abstimmung gebracht.

16.1: Die Fraktion der Linken hat beantragt, den Stadtrat die Abstimmung aus dem Dezember 2011 zu wiederholen, um als Stadtrat eine erneute Willensbekundung pro Kaufland auszusprechen.

Die Fraktion Die Linke und die FDP werden diesen Antrag sicher unterstützen, so wie bereits vor zwei Jahren.

Es kommt also auf die CDU an. Diese hatte zuletzt gesagt: „Die Heiligenstädter Union unterstützt den Investor Alfred Wüstefeld aus Duderstadt bei dem Fortschreiben der alten Planungen für die Bebauung des Stormpassagen-Areals auf der Basis der ursprünglichen Vorlagen aus dem Jahre 2008.“ (Letzte Stellungnahme der CDU zum Thema Stormpassage und Kaufland auf ihrer Webseite).

Diese Linie der CDU entspricht dabei der Argumentation der BI solange wie es das Thema nun schon gibt. Bleibt die CDU dabei, wird es mit BI, SPD und CDU keine Mehrheit für diesen Beschlussantrag der Linken geben.

Das Ergebnis würden wir uns wünschen, denn das Hickhack zu diesem Thema muss endlich ein Ende haben!

Man kann nun geteilter Meinung sein, ob nun ausgerechnet ein Kaufland der „Einkaufsmagnet“ ist, der unsere Innenstadt belebt und viele Käuferschichten anlockt oder eben nicht! Wir denken eher nicht!

Davon ab muss man sich aber auch Fragen, was man mit dieser Aktion im Stadtrat erreichen will und muss sich der Investor an die Willensbekundung halten? Die Antwort: er muss nicht.

Was kann also passieren:

1. da er bereits bauen darf wie aktuell von ihm geplant (ohne Kaufland) kann er die Willensbekundung ignorieren und nach Erteilung der Baugenehmigung den ersten Bauabschnitt beginnen.

2. oder die Planungen werden erneut verworfen und man beginnt von vorn, denn für eine Variante mit Kaufland müssen Planverfahren (Emission, Verkehr etc.) durchgeführt und Bebauungspläne angepasst werden – was Zeit dauert, Geld kostet und der Ausgang ungewiss ist, da Klagen drohen.

Wir sind eindeutig für Variante 1!

Das schlimmste was passieren kann: es passiert gar nichts! Der Investor wartet ab. Das Thema wandert dann in den anstehenden Stadtratswahlkampf. Je nach deren Ausgang und den Mehrheitsverhältnissen im neu gewählten Stadtrat fängt dann alles von vorne an. Und dann wird aus diesem Thema wirklich eine unendliche Geschichte!